Hoch, Höher am Höchsten… Tipps und Tricks von Endo!

Im folgenden werden ein paar Informationen zum Thema “Big Air” erläutert. Es gibt viele Hochsprung-Tutorials im Internet und in Kitemagazinen, hier ein paar Tipps und Tricks aus meinen subjektiven Erfahrungen. Ich weiß, dass ich (gar) Nichts weiß, deshalb dürfte ihr gefundene Fehler auch behalten ;)

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gute 30kn plus..wenn alles gut läuft sieht es so aus

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Vorraussetzung ist ein wenig Sprungerfahrung und ein kleinerer Schirm da man mit kleinen Schirmen bei viel Wind deutlich höher springen kann als mit großen Schirmen bei weniger Wind. (Mit linear steigender Windgeschwindigkeit steigt der Druck im Schirm bekanntlich quadratisch: doppelte Windgeschwindigkeit enspricht vierfachem Druck im Kite)
Weiters kommt es auch auf die Windbedingungen im jeweiligen Kiterevier an; ist der starke Wind sehr konstant, was man im Binnenland leider so gut wie nicht zu finden sein wird, ist man am Wasser viel enspannter unterwegs und kommt in solchen Laborbedingungen auch einfacher zurecht.

Gehen wir von den Bedingungen am Neusiedler See aus, wo bei starkem Wind die Windböen schon oft über 20 Knoten stärker als der Grundwind sein können.

» Hier geht’s zur aktuellen Wind- und Wetterdaten auf kitesurfing.at

Unter solchen Umständen empfiehlt es sich den den Kite=Schirm so groß zu wählen, dass man das Objekt der Begierde noch gut kontrollieren kann, guten Lift und noch ausreichend Hangtime hat, um nicht außerhalb der Windböe wie ein Stein vom Himmel zu fallen.
Allerdings sollte man schon ordentlich viel Druck im Kite haben um ordentlich hoch geliftet werden zu können. Empfehlenswert sind direktere tief geschnittene Schirme mit guter Windrange wie moderne C-Kites oder Open C-Kites (Naish Torch, North Vegas, JN Primadonna, Ozone C4, Flexifoil Hadlow ID, Core GTS2 und ähnliche) Was die Leinenlänge betrifft, empfiehlt es sich 24 bis 27m an der Bar zu haben. Sind die Leinen zu kurz kann der gewünschte Pendeleffekt, den man beim Zurücklenken des Kites maximal ausnutzen möchte, etwas zu gering ausfallen, was die Sprunghöhe reduzieren kann. Das Kiteboard sollte guten Kantegriff haben, schnell und gut durch die Kabelwelle gleiten, ebenso empfiehlt es sich, schon alleine aus Komfortgründen, ein Board mit wenig Spritzwasser zu nehmen.

Ist man dann bei den richtigen Starkwindbedingungen mit sehr viel Druck im Schirm am Wasser, empfiehlt es sich den Schirm über die Boardkante ausbremsen zu können, falls der Depowerweg über die Bar nicht ausreichen sollte. Dabei ist es von Vorteil den Schirm tiefer über der Wasseroberfläche zu fliegen, da man sich fest gegen das Board stemmen kann. Der dadurch resultierende waagrechte Zug über die Leinen hebt dich weniger leicht aus und zieht dich nicht so leicht über die Boardkante. Hat man die gewünschte Höhe und mehr als ausreichend Abstand zum Strand (safety first, distance is your friend! etc.) powert man den Schirm über die Bar ein wenig an, nimmt ordentlich Fahrgeschwindigkeit auf und bevor es dich über die Boardkante reißt, lenkst du den Schirm schnell über den Zenith auf ca. 11:30h bzw 12:30h und powerst die Bar an.

Im Moment des Absprungs sollte die Fahrgeschwindigkeit im Halbwind oder Amwind Kurs entsprechend hoch sein, um den Pendeleffekt (mit dir als Pendel) optimal nutzen zu können. Während du aufsteigst den Schirm dann wieder in den Zenith lenken und die Flugphase genießen. Hat man eine gewisse Flugsicherheit kann man den Sprung mit allen möglichen Tricks (Board-offs, Rotationen, Grabs) garnieren. Hebt es dich aber in bis dato noch ungeahnte Höhen aus, “kann sich das männliche Geschlechtsteil auch schnell mal nach innen stülpen” (-; und die Höhe/Aussicht/Angst/Wahnsinn in Kombination mit einem heftigen Adrenalin/Endorphin-Schub regiert den Moment.

Da hohe Sprünge bei viel Wind mit einem kleinen schnellen Kite in böigen Revieren auch mit einem gewissen Risiko verbunden sind, ist es von Vorteil den Schirm in der Luft nicht zu verlenken und im Zenith zu halten. Will man in der Luft einen “Achterbahn-Höllenritt” erleben, kann man den Schirm zusätzlich durch Links-Rechts-lenken tiefer in das Windfenster fliegen um noch mehr Höhe und Flugweite zu generieren. Allerdings erhöht sich dadurch auch die Landegeschwindigkeit erheblich. Umso höher die Landegeschwindigkeit während dem Flug wird, umso fester und härter wird die Landung schlussendlich.
Ein rechtzeitiges (nicht zu früh und nicht zu spät) nach vorne lenken oder loopen des Kites setzt vertikale Fluggeschwindigkeit (schnelles absacken) in horizontale Fluggeschwindigkeit um. Wird die Landung zu schnell kann man das Board rechtzeitig nach rechts oder links (Halbwindkurs zum Wind) abschütteln um nicht mit dem Board beim Einschlag ins Wasser zu kollidieren. Steht man den Sprung mit einer sanften Landung dank einem sauberen Downloop, macht die Sache umso mehr Spaß, da der Leeversatz durch den Loop oft einen zusätzlichen Spaß garantiert.

Spaß an der Sache ist das um und auf beim Kitesurfen, was auch beim hoch springen absolut gegeben sein sollte. Ist das nicht der Fall und dient das Manöver nur zur Bereicherung der fragwürdigen Facebook-Gallerie oder ähnlichen Zwecken, ist es besser beim risikolosen gemütlichen cruisen und bei kleinen Sprüngen zu bleiben.

Ansonsten gilt üben üben und noch viel mehr üben und AUFPASSEN, DENN die eigene Selbstverantwortung habt ihr beim Lesen und Verarbeiten dieses Artikels an Niemanden abgegeben, außer an Euch selbst.

Möge der gnadenlose Lift, die brachiale Hangtime sowie die sanfte Landung und der Spaß mit Euch sein!
Endo(rphin) – Thomas Reiss

P.S.: sowas wollen wir von Euch auch sehen… ;-) Wollt Ihr etwas aussetzen oder richtig stellen, hinzufügen.. hinterlasst uns doch Kommentare!

Airtime...

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4 Antworten auf Hoch, Höher am Höchsten… Tipps und Tricks von Endo!

  1. Chris sagt:

    Sehr geiler und lehrreicher Artikel, Hut ab!
    Danke, Mr. ENDOrphin :-)

  2. Endo sagt:

    Hi Jens,

    das hast du richtig gelernt, allerdings ist es bei sehr sehr sehr viel Wind im überpowerten Bereich deines kleinen Kites ratsam den Schirm ganz am WFRand zu halten wenn die Bar schon ganz gedepowert ist und es dich trotzdem über deine Boardkante zieht. Man läuft dann eben ganz langsam Höhe und bremst den Schirm ständig aus. Um dann wirklich hoch (Big Air impliziert meiner Meinung nach Sprünge mit +10m Höhe) zu springen kurz vorm Geschwindigkeit aufnehmen die Bar ganz wenig anpowern um den Schirm wieder etwas tiefer in das Windfenster zu bekommen. Das geht natürlich auch alternativ indem man zB den Schirm weniger über die Boardkante ausbremst..
    Damit erreicht man die gewünschte erhöhte Anfahrtsgeschwindigkeit. Sobald der Schirm mich aber beschleunigt hat, die Bar natürlich wieder depowern um nicht zu schnell zu werden und nicht die Kante zu “verlieren” um dann den Absprung mit Pendeleffekt ein zu leiten.

    Wie schon erwähnt gibt es auch massig Anleitungen zum Springen, hier wird die subjektive Meinung zum richtig hoch springen (=Big Air = +10m) wieder gegeben.

    liebe Grüße

  3. patrick sagt:

    Habe die Ehre…

    anpowern damit der Kite schneller fliegt/ schneller zurück gerissen werden kann..

    bei viel Wind… Höhe fahren (ist bei uns am See essentiel, da auflandiger Wind) und dabei depowern mit Kite am Windfensterrand…
    wenn es ans eingemachte geht…anpowern (vor dem Absprung).. wieviel anpowern kommt dann auf den Wind/ die Geschwindigkeit an… KANTE halten…!! und dann zurücklenken in die andere Richtung, aber eben oben drüber und nicht vor einem in der “Softzone”- somit geht es dann auch nach oben …

    Kite tiefer im Windfenster- mag sein- Kante halten… ;-)

  4. Jens sagt:

    Moin

    danke. Ich hab es jedoch so gelernt, dass – wenn man hoch springen will – man schon während des Fahrens eher etwas depowern soll als anpowern. Eben damit der kite an den WFR geht.

    So wie du es beschreibst geht es ja eher nach Lee als nach oben. Weil der kite tiefer im windfenster ist.

    Kannst du mir was dazu sagen?

    Gruß